Jesus ist schuldig!

Also ich hatte ja wieder mal Besuch von Hein!

Und, ach ja, er hat mir meine Standuhr zurückgebracht!
Der liebe Kerl, ich könnte ihn küssen, aber das wollte er nicht.
Keine Ahnung wieso, aber ich bin wieder glücklich!
Hm, wieso kann mich eine Standuhr nur so glücklich machen?

Egal, auf jeden Fall kam er mir wieder, wie üblich, mit Bibelversen.
Doch dieses Mal war es sehr heftig. Am besten ich zitiere gleich mal.

Da erzählt Jesus doch ein Gleichnis von einem König, und
ganz am Schluss ist mir doch folgendes total sauer aufgestossen:
Lukas 19,26
„Ich sage euch: Wer hat, dem wird gegeben werden;
wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat.“

Unterstützt Jesus da den Kapitalismus und den Diebstahl an den Armen?
Ich kann es kaum glauben. Das wäre ja ein Verstoss gegen das 10. Gebot (Exodus 20,17):
„Du sollst nicht nach dem Haus deines Nächsten verlangen. Du sollst nicht nach der Frau deines Nächsten verlangen, nach seinem Sklaven oder seiner Sklavin, seinem Rind oder seinem Esel oder nach irgendetwas, das deinem Nächsten gehört.“

Aber es geht ja noch weiter:
Lukas 19,27
„Doch meine Feinde, die nicht wollten, dass ich ihr König werde
– bringt sie her und macht sie vor meinen Augen nieder!“

Kann es tatsächlich sein, dass Jesus da Mordaufrufe gut heisst?
Da verstösst er doch gegen das 6. Gebot (Exodus 20,13), das da heisst:
„Du sollst nicht morden.“

Gut, er hat ja nicht selbst gemordet, der Feigling,
erzählt das aber quasi so als ob das okay wäre!
Ich versteh den Jesus nicht mehr.

Doch es kommt ja noch VIEL schlimmer!
Matthäus 10,34
„Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen.
Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert.“

Kann es wirklich sein, dass Jesus ein Kriegstreiber war?
Und da hiess es doch immer, er sei gekommen um Frieden zu bringen!
Was für eine infame Lüge !!!

Und weiter im Text:
Matthäus 10,35
„Denn ich bin gekommen, um den Sohn mit seinem Vater zu entzweien und die
Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter;“

Hallo, geht es noch? Kunststück soll Jesus am Kreuz gerufen haben:
„Vater, warum hast du mich verlassen?“
Sein Vater wollte wahrscheinlich nichts mehr mit ihm zu tun haben,
denn sicherlich hat sich Jesus auch mit ihm entzweit!

Matthäus 10,37
„Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig,
und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig.“

Jesus der Unruhestifter, der Familien zerstören wollte,
und damit gegen das 5. Gebot (Exodus 20,12) verstiess:
„Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange
lebst in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt.“

Resumée
Nach all dem was ich jetzt in der Bibel gelesen habe, muss ich sagen,
dass Jesus nicht am Kreuz gestorben ist um uns zu erlösen, sondern
dass er zu Recht zum Tode verurteilt wurde für seine ketzerischen
Ansichten und volksverhetzenden Reden!

Auf jeden Fall bin ich am nächsten Tag sofort auf die Gemeinde gegangen
und habe meinen Kirchenaustritt erklärt. Und mit dem Gemeindepfarrer
habe ich auch Tacheles geredet, warum er mir jahrelang diese Wahrheiten
verschwiegen hat und mich ständig nur angelogen hat!

Vielen Dank lieber Hein, dass du mich aufgeklärt hast.
Ja, ich weiss, du willst dich nicht küssen lassen von mir.

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16 Kommentare

  1. jesus ist nicht schuld das die reichen immer reicher werden und die armen immer ärmer, sondern wir selber weil alle menschen geldgeil und egoistisch sind. die stars bekommen vesace sachen als werbegeschenke und bekommen ihren hotelaufenthalt geschenkt und dem hartz 4 empfängern sagen sie du bekommst zu viel geld und kürzen und kürzen…… er hat es voraus gesagt das es so kommen wird und das ist alles. er hat es nicht bewirkt. wir haben uns von gott abgewendet (du besonders) und er hat gesagt was mit uns passieren wird ohne ihn denn er weiß was gut für uns ist und das wir ihn brauchen. weil wir uns sonst selbst zerstören und auch das ist nicht zu übersehen das diese prophezeiungen war sind und werden aber er ist nicht schuld daran.wir alleine sind es!wer an ihn glaubt für den ist er da. die biebel ist ein prohezeihungsbuch schuld ist jeder von uns aber nicht jesus uns jawe sie werden jede träne von uns wischen wenn wir diese scheiße hier hinter uns haben. halleluja

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  2. Das Schöne der Meinungs- und Religionsfreiheit besteht ja darin, dass man sich auch mal einfach über die Dinge auslassen kann, die einen aufregen. Die einen nehmen dieses Recht wahr, nachdem sie sich auch mit ihrem „Übel“ beschäftigt haben.
    Leider muss ich sagen, dass du das anscheinend nur oberflächlich gemacht hast, sollte doch jeder, der wenigstens versucht, sein Urteil halbwegs richtig zu begründen, wissen, dass man niemals (weder in einem Interview, einem Gespräch, einem Buch usw.) einfach einzelne Textpassagen ohne ihren Kontext interpretieren kann.

    Wenn man zum Beispiel das Gleichnis aus Lukas 19,26, das du so vorschnell als kapitalistische Irrlehre betitelt hast, als Ganzes betrachtet, merkt man, dass es eigentlich nicht um Geld geht. Jesus brauchte stets Dinge des alltäglichen Lebens, um damit seine Botschaft zu verbildlichen und verständlicher zu machen.
    Wenn man davon ausgeht, dass auch diese Geschichte keine Ausnahme der Regel ist, und Jesus, der an genug anderen Stellen betont, dass es nichts bringt, Schätze zu horten und immer reicher zu werden , stehen die Münzen wohl auch in diesem Falle für etwas anderes. „Arbeitet damit, bis ich wieder komme.“ Könnten damit vielleicht Fähigkeiten gemeint sein?

    Da dich meine Auslegung dieser Textpassage aber wahrscheinlich genau so wenig wie die Bibel an sich interessiert, spare ich mir die Mühe, das jetzt hier alles aufzuschreiben.
    Sollte dies allen meiner Erwartungen zum Trotz nicht der Realität entsprechen, werde ich dies natürlich gerne für dich nachholen. 😉

    Auch im Matthäusevangelium im Kapitel 10 wird aus der Gesamtbotschaft ersichtlich, dass die Trennungen, worüber Jesus redet, NICHT das Ziel seiner Botschaft sind, sondern das er von Auswirkungen redet, den Auswirkungen, die es hat, wenn jemand sich entscheidet, Jesus nachzufolgen.
    Das Schwert ist hier sicher nicht als Waffe zu verstehen, sondern als Zeichen der Trennung, die die Entscheidung für das Leben als Christ mit sich bringt.
    Ich kann mir zum Beispiel vorstellen, dass z.B. die Eltern von Petrus nicht besonders erbaut waren, als er alles hingeschmissen hat, um Jesus nachzufolgen.
    Jesus war nicht einer derjenigen, der sich widerstandslos in das System fügte und zu allem Ja und Amen sagte. Von ihm ging Kritik aus, religiöse Kritik, ethische Kritik und auch politische Kritik. Es ist wie heute, mit Kritik eckt man bei den Mächtigen an. Man versuchte zu bestechen, es wurde verleumdet und auch die Anklage war ein Versuch, ihn zum schweigen zu bringen.

    Das Opfer besteht darin, dass Jesus, obwohl er alle Autorität gehabt hätte, sich hingegeben hat und am Kreuz gestorben ist.

    Es ist dein gutes Recht, zu glauben, was du willst. Ein Geschenk muss man nicht annehmen, Tatsachen können verdreht , Aussagen aus dem Kontext gerissen werden.
    Ich möchte dich nur bitten, nicht einfach blind wiederzugeben, was du anderswo gehört hast, ohne vielleicht selber nochmal nachzuschauen.
    Danke.

    P.S.
    Dieser Kommentar ist nicht wertend gemeint. Ich wollte nur sicherstellen, dass du die andere Seite auch mal gehört hast, da ich persönlich nicht so wirklich Vertrauen in Kirchen und deren Pfarrer habe. 😉

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    1. Liebe Eleasar

      Danke für deinen netten Kommentar. Natürlich hast du Recht, man kann alles anders interpretieren, z.b. das Schwert als Symbol.

      Aber dann muss man sich fragen, wer sich das Recht herausnimmt, wahlweise nach seinem Gusto Symbole umzuinterpretieren. Da könnte man ja auch das Wort „Frieden“ als Symbol zu etwas ganz anderem uminterpretieren, z.B. „Freudenhaus“!

      Ich finde es einfach nicht korrekt, dass alles was einem nicht ins Konzept passt, schlichtwegs uminterpretiert wird.

      Nebst dem möchte ich dich darauf aufmerksam machen, dass wir gar nicht wissen was Isa ibn Maryam gesagt hat, falls es ihn wirklich gegeben hat, da es Geschichten über ihn sind, die von vielen anderen Personen ungefähr ein halbes Jahrhundert nach seinem Leben aufgeschrieben wurden. Und wir wissen ja wie das mit den Geschichtenerzählern ist – 1001 Nacht lässt grüssen, und Parry Hotter auch.

      In diesem Sinne Halleluja und lang lebe der Osterhase, Schöpfer des Universums und Erfinder Gottes.

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  3. Lieber Humanyu

    Ich frage dich, inwiefern ist deine, aus dem Kontext gerissene Aussage (und durchaus auch Interpretation) weniger ein frecher Versuch, sich das Recht herauszunehmen, etwas nach seinem Gusto umzuinterpretieren, als wenn man sagt, in der Bibel stehen unzählige Aufforderungen zum Friede, zur Vergebung und zur Barmherzigkeit, dann kommt man an eine Stelle, wo Jesus über die Nachfolge redet und dann das Schwert als Symbol versteht?

    Ich glaube, gerade Atheisten dürfen sich an der eigenen Nase nehmen, wenn es darum geht, zu ändern, was nicht ins Konzept passt.

    Gerade das Neue Testament wurde von Augenzeugen aufgeschrieben und beinhaltet neben Informationen über das Leben Jesu auch Briefe, welche an verschiedene neue Gemeinden gesendet wurden (z.B. Brief an die Korinther, an Titus usw.).

    Was die Überlieferung angeht; es gibt über 5.000 griechische Handschriften des Neuen Testaments, darunter ganze Testamente bis hin zu Papyrusschnipsel, die nur einen Teil eines einzigen Verses enthalten. Einige wenige existierende Fragmente datieren auf eine Zeit nur 25-50 Jahre nach der Abfassung der Originalschriften. Die Textkritker des Neuen Testaments sind zu dem allgemeinen Schluss gekommen, dass 1.) 99.99 % der ursprünglichen
    Schriften gesichert sind und 2.) es unter den verbleibenden 0,01 % keine Abweichungen gibt, die grundlegende christliche Lehre betreffen.

    Mit dieser Fülle an biblischen Handschriften in dem originalen Sprachen und mit der akribischen Arbeit der Textkritiker, die den Inhalt der Autographen (der Originale) mit nahezu perfekter Genauigkeit bestimmt haben, können alle Fehler, die im Laufe der Jahrhunderte durch die Tausende von Übersetzungen eingeführt bzw. weiterverbreitet wurden, identifiziert und korrigiert werden, indem man die Übersetzung oder Abschrift mit dem rekonstruierten Original vergleicht.

    Ja, wir wissen, wie das mit dem Geschichtenerzählen ist. Aber aufgrund dieser durchaus auch wissenschaftlichen Forschung kann ich mit Bestimmtheit sagen, dass dieses Kriterium für die Bibel wegfällt.
    Ob nun das Fliegende Spaghettimonster oder das unsichtbare rosafarbene Einhorn grüssen lässt, spielt dann keine Rolle. ^-^

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    1. Siehst du, du sagst es selbst:
      „Ob nun das Fliegende Spaghettimonster oder das unsichtbare rosafarbene Einhorn grüssen lässt, spielt dann keine Rolle. ^-^“

      Ob du nun die Bibel oder die Upanishaden liest, es spielt eben keine Rolle! Es sind von Menschen geschriebene Machwerke, die wahrscheinlich anno dünnemal vielleicht einen gewissen Sinn hatten, doch heutzutage sind sie obsolet.

      Darum ist es mir egal was Isa gesagt hat, denn daraus sind nur neue Religionen entstanden, die für viele Genozide und Kriege verantwortlich waren und immer noch sind. Und daher ist das Konzept von Religion das tödlichste Gift, das je über die Menschheit kam! Am besten lässt man diese Bücher im Archiv verstauben und benutzt seinen gesunden Menschenverstand um humanitär und philanthropisch sein Leben zu gestalten. Und dazu braucht man keine alten Bücher!

      Und ich vertraue nun mal Menschen nicht besonders, die ich nicht persönlich kenne, denn das ist Hörensagen, genauso gefährlich wie Gerüchte und Verleumdungen. Ich vertraue nur der Natur, denn da weiss ich woran ich bin.

      P.S.
      Ich bin kein Atheist, denn ich habe mit Theo nix am Hut.
      Ich bin ganz einfach ein Mensch, und falls man mich doch in
      eine Schublade stecken will, dann am besten in die der Agnosis.
      Denn die Wahrheit ist: „Niemand kennt die Wahrheit.“, dazu ist der Mensch und alles andere in diesem Universum viel zu beschränkt.

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  4. „Und das ist der Wahrheit..“ aber „Niemand kennt die Wahrheit“ ist dann wohl eine Form von Selbstironie. Okay.
    Deiner Meinung, dass man Menschen nicht besonders vertrauen sollte, kann ich sogar zustimmen. Ich mag es, dass ich Gott auch in der Natur finden kann.
    Schwierig, die Menschen nicht in Schubladen zu stecken. Auch du predigst eigentlich, wenn auch davon, nicht zu predigen. 😉
    Ich schätze deine Art, zu hinterfragen. Ich glaube, das ist der richtige Weg.
    „Gott segne dich“ könntest du falsch auffassen.^^
    Deshalb: Ich wünsche dir, dass du findest, was immer du suchst.

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    1. Liebe Eleasar

      Ich nehme deinen Segen gerne an, obwohl ich ihn nicht brauche, aber ich respektiere deine freundlichen Worte.

      Ach ja, und suchen tue ich nix, nur beobachten und ab und an was finden. 😉

      Mitte dieser Woche haben mich übrigens zwei Zeugen Jehovas besucht und wir hatten ein längeres und sehr anregendes Gespräch. Selbstverständlich habe ich sie auch zum Kaffee eingeladen, da es zwei sehr aufgestellte Menschen waren.

      Wir haben viel über die Welt und die Menschheit geredet, und auch viel gelacht. Und eigentlich waren wir uns auch in allen Punkten einig, ausser halt über Gott und Isa. Aber was soll’s, von mir aus kann jeder glauben was er will, so lange er niemandem schadet. Auf jeden Fall haben sie mich gefragt, ob sie wieder mal klingeln dürfen bei mir. Natürlich habe ich zugestimmt, denn freundliche und fröhliche Menschen sind bei mir immer willkommen.

      In diesem Sinne wünsche ich auch dir viel Glück und ein frohes Leben.
      LG Humanyu

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  5. Ach, lieber Humanyu,

    Ich hätte eigentlich vermutet, dass so jemand gescheites wie du im Gegensatz zu vielen anderen irgendwie auch ab und an mal darüber reflektiert, was er denn so schreibt (und denkt)

    JESUS IST SCHULDIG! Warum?

    ‚‚Da erzählt Jesus doch ein Gleichnis von einem König, und ganz am Schluss ist mir doch folgendes total sauer aufgestoßen: ‚Ich sage euch: Wer hat, dem wird gegeben werden; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat. ‘ (Lukas 19,26)‘‘

    Was aber bedeutet das? Ehrliche Frage, hast du das Gleichnis überhaupt gelesen? http://rationalwiki.org/wiki/Quote_mining ‚‚Jesus schildert einen Herren, der seine Knechte reich mit finanziellen Mitteln ausstattet, sich dann auf Reisen begibt und nach seiner Rückkehr Abrechnung hält. Die ersten beiden Knechte erwirtschaften Gewinn und werden ihren Leistungen gemäß entlohnt. Das Geld des Letzten hingegen, der aus Angst gar nichts investierte und es stattdessen verbarg, lässt der Herr wegnehmen und spricht es nach dem Grundsatz „Wer hat, dem wird gegeben werden; wer nicht hat, dem wird genommen werden“ dem Erfolgreichsten zu.‘‘ (Wikipedia). Dieser Effekt hat es übrigens als Matthäuseffekt auch über die Bibel hinaus zu einigen Verwendungen geführt: https://de.wikipedia.org/wiki/Markownikow-Regel ‚‚Unterstützt Jesus da den Kapitalismus und den Diebstahl an den Armen? ‘‘ Warum das denn nun!?
    Jesus redet offensichtlich davon, dass jeder seine Talente (ja, das Wort Talent kommt von der gleichnamigen röm. Währungs- und Maßeinheit) nutzen soll. Ganz im Gegenteil ist das sogar ein Aufruf zum Spruchwort: ‚‚Eigentum verpflichtet‘‘, wobei hier nicht nur materielles Eigentum, sondern auch geistiges Eigentum gemeint ist. Ein Freund von mir spielt wunderbar Violine, er tritt in der ganzen Welt auf. Und warum? Klar, er ist talentiert, das steht außer Frage. Aber er übt auch täglich mehrere Stunden. Wenn wir mal davon ausgehen, dass es einen schöpferischen Gott gibt, dann müssten wir dementsprechend auch annehmen, dass er uns mit all unseren Talenten geschaffen hat. Wenn wir sie aber haben und dennoch verkümmern lassen, ist das dann nicht traurig (für uns sowieso aber auch für Gott, der sich ja wünscht, dass wir unsere Talente ausnutzen)? Genauso verhält es sich ja auch mit dem Geld: Der, der seinem Herrn vorwirft, er würde unrechtmäßig daran verdienen, übersieht ja in aller Deutlichkeit, dass dieser es ihm ANVERTRAUT hat, weil er wollte, dass er es benutzt und nicht einfach vergräbt. Abgesehen davon äußert sich Jesus zusätzlich zu deiner bereits genannten Bibelstelle (Exodus 20,17) einem Reichen gegenüber wie folgt (Markus 10, 20 -25): ‚‚Er erwiderte ihm: Meister, alle diese Gebote habe ich von Jugend an befolgt. Da sah ihn Jesus an, und weil er ihn liebte, sagte er: Eines fehlt dir noch: Geh, verkaufe, was du hast, gib das Geld den Armen, und du wirst einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach! Der Mann aber war betrübt, als er das hörte, und ging traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen. Da sah Jesus seine Jünger an und sagte zu ihnen: Wie schwer ist es für Menschen, die viel besitzen, in das Reich Gottes zu kommen! Die Jünger waren über seine Worte bestürzt. Jesus aber sagte noch einmal zu ihnen: Meine Kinder, wie schwer ist es, in das Reich Gottes zu kommen! Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.‘‘ Dabei greift er genau auf ebengenanntes 10. Gebot zurück. Eine weiterer Beleg für diese Haltung ist auch das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg (Matthäus 20, 1-16). Folgerungen: Jeder soll von seinem Gehalt leben können; damit verfolgt Jesus einen fast schon sozialistischen Ansatz, da nicht die Leistung das entscheidende Kriterium ist, sondern die Notwendigkeit einer sozialen Absicherung- Jeder soll nach seinen Fähigkeiten arbeiten dürfen und dafür einen annehmbaren Lohn bekommen. Natürlich lässt sich das Ganze in abstrahierter Form auch auf den Glauben insgesamt übertragen: Jeder darf an Gottes Reichs teilhaben, unabhängig davon ob es der Papst oder einer von uns ist, unabhängig davon wann sich jemand zu Gott bekennt etc. Zudem ließe sich ausführen, dass die ersten Arbeiter wohl für die Heuchler und Pharisäer stehen. Sie widersprechen in ihrer Auffassung diametral Luthers Vorstellung eines ‚‚sola gratia‘‘, sondern glauben, dass sie sich das Wohlwollen Gottes erarbeiten können. Daher besitzen sie keinen wirklich gefestigten Glauben, sie sind nur voller Neid und Missgunst Sie verfolgen nur das Geld und nicht die Nächstenliebe und beschweren sich auch noch, obwohl sie genug bekommen (weil sie es den anderen nicht gönnen können), sie verlangen nach mehr Gerechtigkeit und sind doch ungerecht.
    Eine modernere Auslegung führt dazu aus, dass Gott sich den Sündern, d.h. den ‚‚Zu-spät –Gekommenen‘‘ zuwendet. Die Frommen müssen aber dennoch nicht befürchten, dass sie deshalb betrogen werden. Ein letztes Argument vielleicht noch: Jesus hat sich zeit seines Lebens immer um die Leute gekümmert, die nicht vermögend waren (und ist selbst auch immer so aufgetreten; von seiner Geburt bis zu seiner Ankunft in Jerusalem auf einem Esel (!)).

    ‚‚Aber es geht ja noch weiter: (Lukas 19,27): „Doch meine Feinde, die nicht wollten, dass ich ihr König werde – bringt sie her und macht sie vor meinen Augen nieder!“ Kann es tatsächlich sein, dass Jesus da Mordaufrufe gut heißt? ‘‘ Nein. Jesus erzählt das Gleichnis eines ‚‚vornehmen Mannes‘‘; die Personen, die dieser König (nicht Jesus), niedermachen will, sind seine persönlichen Feinde, die seine Krönung verhindern wollten. Wo du eine Wertung von Jesus dafür oder dagegen siehst, kann ich nicht erkennen, denn er ‚‚berichtet‘‘ ja quasi nur. Wenn man diesen Mann- das wäre natürlich denkbar- auf Gott überträgt, heißt es, dass dieser über seine Feinde richtet; aber doch nicht die Menschen! Wäre auch etwas seltsam erst zehn Gebote zu verkünden und dann das Kleingedruckte hinein zu meißeln 😉

    Ganz im Gegenteil ruft er zur Feindesliebe und Vergebung auf (das erstere ein ziemlich ungewöhnliches Konzept in Israel zur damaligen Zeit): ‚‚ Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn. Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin. Und wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann lass ihm auch den Mantel. Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm. Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab. Ihr habt gehört, dass gesagt ist: »Du sollst deinen Nächsten lieben« (3.Mose 19,18) und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen; damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. ‘‘ (Matthäus 5, 38-45)

    ‚‚Gut, er hat ja nicht selbst gemordet, der Feigling, erzählt das aber quasi so als ob das okay wäre!‘‘ Wo sagt er denn, es sei ok? Vielleicht ist es auch nur ein tyrannischer Herrscher?

    Doch es kommt ja noch VIEL schlimmer! (Matthäus 10,34) „Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert.“

    Kontext wird überbewertet, oder? Erst einmal sei dazu angeführt, dass Christen überzeugt sind, dass die Prophezeiung des Jesaja sich auf Jesu bezöge: „Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt. Die Herrschaft liegt auf seiner Schulter; man nennt ihn: Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens.“ – Jes 9,5 EU.

    Betrachten wir mal den ganzen Kontext. Jesus fordert zu ‚‚furchtlosem Bekenntnis‘‘ auf. Es handelt sich also um Durchhalteparolen. Bis heute sind Christen die meistverfolgte Minderheit der Welt (wobei man fairerweise dazu sagen muss, dass sie zahlenmäßig her auch einfach die größte sind). Noch immer müssen Menschen dafür sterben, wenn sie in manchen Ländern öffentlich ihren Glauben bekennen. Sie beruhigt Jesus: ‚‚Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann. Verkauft man nicht zwei Spatzen für ein paar Pfennig? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen. Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen. Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, um den Sohn mit seinem Vater zu entzweien und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter; und die Hausgenossen eines Menschen werden seine Feinde sein. Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig. Wer das Leben gewinnen will, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen.‘‘

    Die Feinde Jesu, die Christen verfolgen und angreifen, denen droht Jesus. Die Art der Drohung ist eine ganz andere, als man zunächst meinen möchte. Viele seiner Anhänger, zum Beispiel Judas glaubten ja, Jesus sei gekommen, um endlich die Römer platt zu machen und ein neues Reich Großisrael zu errichten. Das hat Jesus immer abgestritten. Als er angeklagt wurde, dachte Pilatus zuerst, er wollte das römische Hegemonial stören, was aber nicht stimmte, Jesus möchte nicht der Religion wegen Kriege führen (Matthäus 22:17-21): ‚‚Darum sage uns, was dünkt dich: Ist es erlaubt, dem Kaiser die Steuer zu geben, oder nicht? Als aber Jesus ihre Bosheit merkte, sprach er: Ihr Heuchler, was versucht ihr mich? Zeiget mir die Steuermünze! Da reichten sie ihm einen Denar. Und er spricht zu ihnen: Wessen ist das Bild und die Aufschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da spricht er zu ihnen: So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! ‘‘ (das hätten die Kreuzfahrer, so sie denn lesen konnten, sich mal zu Gemüte führen sollen). Außerdem versucht er bei seiner Gefangennahme Petrus zu beruhigen, statt Widerstand zu leisten: ‚‚Da hatte Simon Petrus ein Schwert und zog es aus und schlug nach des Hohenpriesters Knecht und hieb ihm sein rechtes Ohr ab. Und der Knecht hieß Malchus. Da sprach Jesus zu Petrus: Stecke dein Schwert in die Scheide! Soll ich den Kelch nicht trinken, den mir mein Vater gegeben hat?‘‘ Jesus ist alleine schon deswegen wohl ein phänomenales Gegenteil eines Kriegstreibers. Es ist auch ersichtlich, warum: Als Pilates Jesus fragt, was er denn getan habe, antwortete er: ‚‚Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden kämpfen, daß ich den Juden nicht überantwortet würde; aber nun ist mein Reich nicht von dannen. Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du dennoch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König.‘‘ Fazit: Jesus ist kein Kriegstreiber, aber ein Richter, der seine Feinde in einer anderen Welt (der ewigen) bestraft, wenn sie denn nicht reuig sind. Natürlich ist das Gewalt, aber sie ist nicht willkürlich, sondern gerecht Das findet man auch im Glaubensbekenntnis: ‚‚Er sitzt zur Rechten Gottes, des Vaters; von dort wird er wiederkommen zu richten die Lebenden und die Toten. ‘‘

    ‚‚Und da hieß es doch immer, er sei gekommen um Frieden zu bringen! Was für eine infame Lüge !!!‘‘ Wieso? Das will er doch auch. Aber die Menschen müssen sein Angebot auch annehmen. Wenn ich dir nach einem Streit Versöhnung anböte und du mit: ‚‚Ich mach dich kalt!‘‘ antworten würdest, würdest du dich vermutlich ganz zu Recht auch in unserer wirklichen Welt auf der Anklagebank wiederfinden. ‚‚Sein Vater wollte wahrscheinlich nichts mehr mit ihm zu tun haben, denn sicherlich hat sich Jesus auch mit ihm entzweit!‘‘ Interessante These, auf was beziehst du dich da genau?

    „Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig.“ ‚‚Jesus der Unruhestifter, der Familien zerstören wollte‘‘ Das kommt mir etwas überdramatisierend vor. Jesus hat nicht behauptet, dass man seine Familie nicht lieben soll, er hat nur Prioritäten gesetzt. Wenn also jemand davon ausgeht, Jesus sei Gott, dann soll er Gott über seine Eltern stellen. Jesus fordert auch dazu auf, die Gebote einzuhalten und erwähnt das 5. sogar in genau dieser Form.

    Resümee
    ‚‚Nach all dem was ich jetzt in der Bibel gelesen habe, muss ich sagen, dass Jesus nicht am Kreuz gestorben ist um uns zu erlösen, sondern dass er zu Recht zum Tode verurteilt wurde für seine ketzerischen Ansichten und volksverhetzenden Reden!‘‘ Dieses entweder-oder Denken ist doch Bullshit. Natürlich ist er für seine ketzerischen Ansichten gestorben; jeder Jude wird dir das bestätigen, ketzerisch gegenüber dem Judentum. Aber Christen dürfen doch genauso glauben, dass Jesus für ihre Sünden gestorben ist. Volksverhetzerisches sehe ich nicht, er setzt doch auf einen Ausgleich der Völker, dass nicht-Juden Christen werden können, hat doch zu dessen Popularität beigetragen. Kleiner Exkurs noch zum Islam: Der edle Koran lehrt ja, dass Jesus gar nicht am Kreuz gestorben ist. Das liegt daran, dass Jesus im Koran ein geschätzter Prophet ist, dessen Wirken (wie die gesamte Bibel) von Menschen verfälscht wurde. Es war ein Missverständnis, nur jemand, der ihm ähnlich sah, wurde gekreuzigt. Auch eine interessante, völlig andere Meinung zum Geschehen, genauso berechtigt und unberechtigt wie alle anderen.

    ‚‚Vielen Dank lieber Hein, dass du mich aufgeklärt hast.‘‘ Sapere aude! Das ist Aufklärung. Bei dieser tendenziösen Darstellung bin ich mir nicht so sicher, ob du wirklich aufgeklärt bist, oder dich nur dafür hältst. Wenn du Zweifel hast am Glauben oder am Christentum insgesamt, dann lies Feuerbach, schau dir Russels Teekanne an oder beschäftige dich mit Baruch de Spinoza. Lies Richard Dawkins (obwohl ich dessen dogmatische und oberlehrerhafte Argumentation nicht mag und manchmal auch für fragwürdig halte, hat er ein paar wirklich intelligente Ideen; aber ich finde seine tatsächlich wissenschaftlichen Arbeiten für besser) Du plapperst doch auch nur das nach, was alle sagen.

    Es ist nicht verkehrt, sich mit sowas auseinanderzusetzen. Für mich persönlich halte ich den Tanach, die Pessach Haggada, den Koran und die religionskritischen Überlegungen für ziemlich interessant und aufschlussreich auf theologischer, philosophischer und soziolgisch-psychologischer Ebene. Warum so ein Rundumschlag? Ach ja, und denk dran: ‚‚Wer nicht glaubt, glaubt auch‘‘ Just sayin‘
    Schönen Tag dir.

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    1. Was für ein Geschwafel und Geschwurbel. Aber da ich für freie Meinungsäusserung bin, habe ich deinen Kommentar mal frei geschaltet.

      Doch du solltest erst mal das Buch „Wer schrieb die Bibel?“ von Richard Elliott Friedman lesen, damit du weisst woher der abrahamitische Gott überhaupt kommt, wie er entstanden ist und wie er sich weiter entwickelt hat.
      Noch nie wurde so viel gelogen und zusammen fantasiert wie in deinen oben erwähnten Büchern!
      Siehe dazu auch folgende weitere Bücher, die einem aufgeschlossenen Geist die Augen öffnen können:
      http://philosophes.qx8.info/main/2unsere-buchtipps.php?cat=R.

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      1. Ich bin irgendwie wenig motiviert, mich damit auseinanderzusetzen, nachdem du meinen Kommentar so offensichtlich abgewertet hast, ohne dich augenscheinlich damit auseinanderzusetzen. Das ist sehr schade, ich halte das für ein Beispiel einer sehr schlechten Debattenkultur, die die Auseinandersetzung scheut. Eine Debatte, in der jeder nur sagt: “Ich habe Recht! Deine Argumente sind keiner Diskussion würdig.“ ist doch erbärmlich. Eigentlich möchte ich dich sehr gerne zu Widerspruch herausfordern und sehe meine Gedankenanstöße nicht als unumstößlich (sic!) an.

        Letzten Endes ist das doch nur eine sehr starke Form eines “Bestätigungsverzerrungseffekts“:
        https://en.wikipedia.org/wiki/Confirmation_bias
        und damit selbst eine Form der ideologischen Verblendung. Das du dir deine Axiome selbst zusammenbastelst, indem du einfach mal präventiv behauptest: “Der aufgeschlossene Geist bin ich“ (zumindest implizit) degradiert doch potentielle “Gesprächspartner“ zu Idioten, die “aufgeklärt“ werden müssen- man könnte es auch als “missioniert“ bezeichnen. Dumm gelaufen, wa?

        Wer von uns beiden ist jetzt eigentlich der Fundamentalist?

        Nun denn, dennoch möchte ich kurz auf deine Anmerkung eingehen. Nein, ich werde das Buch wohl aus Zeitgründen in nächster Zeit eher nicht lesen,allerdings danke für den Vorschlag. Ich meine, dass ich schon mal sowohl von ihm als auch von dem Buch gehört habe. Der Titel scheint mir zwar ein wenig verwirrend- handelt das Buch doch hauptsächlich vom Pentateuch- allerdings handelt es sich bei Hr. Friedmann um einen Experten auf seinem Gebiet zu handeln, sehr beeindruckend. Ich denke, über die Entstehung des AT (zumindest soweit es mgl. ist ganz i.O. im Bilde zu sein). Wurde in den Bibeln viel zusammenfantasiert?
        Nun, unabhängig von irgendwelchen Glaubensüberzeugungen: Die Bibel wurde von sehr vielen Menschen über einen sehr langen Zeitraum geschrieben. Was war davon von Bedeutung? Selbstverständlich die Sagen und Mythen aus Vorzeiten, die kulturellen Einflüsse umgebender Kulturen, die jeweiligen Vorstellungen von Moral und Ethik und vielem mehr.
        Schon deswegen ergibt eine fundamentalistische Auslegung keinen Sinn: “Die Bibel“ ist nie ein statisches Objekt gewesen, das immer so gewesen ist. Die Bibel ist wie jede religiöse Schrift v.a. das, was die Leser darin sehen wollen. Und so benutzen es Leute, um damit “unwiderlegbare“ Wahrheiten zu verkünden, die ihre (vorhande) Abneigung auf andere Gruppen projeziert oder im Umkehrschluss andere Leute, um ihren Hass auf das Christentum, eventuell auch Religion oder sogar Spiritualität im Allgemeinen zum Ausdruck zu bringen. Diese beiden Betrachtungsweisen ähneln sich mehr, als sie sich unterscheiden. Das ist beim Koran auch so: http://www.bento.de/politik/quiz-islamist-oder-rechtspopulist-wer-hats-gesagt-921761/
        Viel Spaß beim Quiz 😀

        P.S. Jetzt weiß ich wieder, warum ich Friedmans Name kannte. Er hatte mal eine recht interessante Kolumne über Fragestellungen mit Bezug auf das AT in der Huffington Post mit einem Koautor. Hab gerade keinen Link, aber ich denke, die kann man dort auch heute noch lesen, definitiv sehr aufschlussreich. Religionskritische Autoren, die ich sehr empfehlen kann, (mögen sie vielleicht auch etwas angestaub klingen) sind bspw. Mill (und sein geistiger Ziehsohn) Russell; Ludwig Feuerbach und Baruch de Spinoza.

        Über die Paradoxität von Missionierungseifer im Allgemeinen möchte ich noch einen kleinen Witz des absolut wunderbaren US-amerikanischen Comedians und Chemieingenieurs Joe Wong (kommt übrigens aus einer Familie von China-Koreanern) erzählen: “I’m an immigrant in this country and when I first got here, one day I was visited by two guys in suit and tie. And they said to me: “Have you found Jesus Christ?“ I said: “No.“ They said: “If you don´t follow Jesus Christ; you’re gonna go to hell!“ I said: “Well, there are billion of people in China who don´t follow Jesus Christ. Will they all go to hell?“ They said: “No, they won´t, because they don´t know Jesus Christ, but now YOU know!“ I said: “Then why did you tell me!?“

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      2. Doch, das ist möglich- ich habe das Meiste zurodnen können, aber (zugegebenerweise) einige schon gekannt, z.B. Pierre Vogels Rede gegen den IS-Anschlag, Le Pens Äußerung zur “Besetzung Frankreichs“ usw.

        Aber natürlich ist genau das das Ziel des Quizes: Die Erkenntnis, dass diese Extremisten sich einfach zu ähnlich sind. Die einzige Aussage, die mich überrascht hat, war die von Zawahiri (Nr. 6). Soviel Reflexionsfähigkeit hätte ich ihm gar nicht zugetraut.

        Das ist in der Politik ja auch bei den Rechtsextremen und Linksextremen so, manchmal zeigt sich das auch ganz offenkundig, z.B. bei der “Nationalbolschewistische Partei Russlands (ru: Национал-Большевистская Партия, НБП)“, die inzwischen verboten wurde. Die NSDAP hatte auch manchmal solche Ansätze (die als extrem Rechte und Linke Positionen vereinigte).
        Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Querfront

        Der Witz ist super, und sein Gesichtsausdruck dazu ist göttlich. Er fasst die ganze Paradoxität dessen, was ihm gerade widerfahren ist, perfekt zusammen.

        Übrigens glauben das die Ultrakonservativen tatsächlich, im Christentum Gruppierungen von Evangelikalen und im Islam Salafisten wie Pierre Vogel: https://www.youtube.com/watch?v=ZQHoVqVXiNg

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